Empfängnisverhütung mit Hormone

Die beliebteste und meist praktizierte Verhütungsmethode ist seit 50 Jahren die Pille. Es ist gleichzeitig auch die einfachste Methode eine Schwangerschaft zu verhindern. Es gibt die Antibabypille in unterschiedlichen Zusammensetzungen der Hormone.

Jede Frau sollte wissen, wie ein Monatszyklus abläuft. Ein Gebiet im Gehirn heißt Hypothalamus. Dieser bildet ein Hormon(GnRH), welches die Hirnanhangsdrüse ( die Hypophyse ) beeinflußt, so daß diese die Hormone FSH und LH ausschüttet. Das follikelstimulierende Hormon FSH bewirkt, daß ein Ei im Eierstock reift und Östrogene (Östradiol) bildet. Das LH (luteinisierendes Hormon wird in der ersten Hälfte des Monatszyklus in großer Menge in der Hypophyse gebildet.

Wenn das Ei (Follikel) um den 12.Zyklustag reif genug ist, wird das LH auf einmal ausgeschüttet und löst den Eisprung aus. Gleichzeitig ist das LH verantwortlich für die Bildung des sogenannten Gelbkörpers, indem das Hormon der zweiten Zyklushälfte, das Progesteron gebildet wird. Östrogene lösen die Bildung der Gebärmutterschleimhaut aus und bereiten so das Einnistungsbett für eine befruchtete Eizelle vor. Auch Progesteron ist an Vorbereitungsprozeß beteiligt. Wenn das Ei nicht befruchtet wird, sinkt das Progesteron und die Schleimhaut in der Gebärmutter wird abgestoßen.

Es kommt zur Abbruch- oder Regelblutung,auch Menstruation genannt.Ein Monatszyklus sollte 23-34 Tage dauern und die Monatsblutung ca. 3-7 Tage. Streß, Auslandsurlaub, Krankheiten und Medikamente können den Hormonzyklus beeinflussen. 

Die Pille schützt NICHT vor HIV oder anderensexuell übertragbaren Erkrankungen.

Hormonelle Verhütungsmethoden sind: 

  1. Hormonpille
  2. Hormonspirale
  3. Hormonring
  4. Hormonpflaster
  5. Hormonstübchen

Die Pille (Kontrazeptivum) gibt es seit 1961 in unterschiedlichen Zusammensetzungen und verhütet mit einer hohen Sicherheit. Durch eine regelmäßige Einnahme der Hormone bleibt die Auslösung des Eisprungs aus. Die meisten Pillen sind Kombinationspräparate und enthalten Östrogene und Gestagene. Gestagene ähneln dem Progesteron und verhindern einen LH-Gipfel und somit einen Eisprung. Der Schleimpfropf am Gebärmutterhals wird fest und verhindert das Eindringen von Spermien. Die Östrogene unterstützen diese Wirkung und sind für die Abbruchblutung zuständig. Ebenso sorgen sie für eine Verhinderung eines Östrogenmangels, der wiederum Depressionen, Haarausfall oder Pickelbildung auslösen könnte. 

Es gibt Mikropillen, Einphasenpräparate, Zwei- und Dreiphasenpräparate sowie die Minipille gleich = (östrogenfreie Ovulationshemmer nur mit Gestagen). Welche Pille oder welche Verhütungsmethode für die jeweilige Frau anzuwenden ist ,sollte mit dem Frauenarzt ihres Vertrauens besprochen werden. 

Mit der Pilleneinnahme beginnt man am ersten Blutungstag und sollte sie 21 Tage täglich immer regelmäßig einnehmen. Sie sollte nicht über 12 Stunden vergessen werden. Wenn diese Situation eintritt, sollte für den Rest des Monats mit Kondom zusätzlich verhütet werden. Gleiches gilt bei Er-brechen, Durchfall und bei Einnahme von Antibiotika. Nach 21 Tagen setzt man 7 Tage aus und in dieser Zeit kommt die Abbruchblutung. Frauen mit PMS Syndrom, Kopf-,Bauch- und Rückenschmerzen,sowie wiederkehrenden Eierstockzysten können die Pille auch 2-3-6 Monate durchnehmen ohne Pause ,um somit die Beschwerden zu verhindern. Die meisten Frauen vertragen die Pille gut. Selten treten Nebenwirkungen, wie Zwischenblutungen ,Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Brustspannen auf. Eine längere Pillenpause wird wegen einer erhöhten Thrombosegefahr heute nicht mehr empfohlen. 

Frauen mit Thrombose , Herzinfarkt, Schlaganfall und starker Migräne dürfen die Pille nicht nehmen.